Digitale "Lost Places"

Ein zufälliges Netzfundstück, das zu Gedanken anregt…

Hier ist es: Die Saturn-Filiale in Göttingen, die 2021 geschlossen wurde.Google Maps zeigt Aufnahmen von 2017, also von vor inzwischen fast zehn Jahren.

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Dieser Ausschnitt zeigt beispielsweise die Abteilung für beschreibbare optische Medien – eine Mediengattung, die inzwischen fast ausgestorben ist.

Ja und?

Lokale Wirtschaftsgeschichte ist immer auch Teil der Alltagskultur: Artefakte müssen beschafft werden und Elektronikmärkte sind dabei unverzichtbar, denn sie liefern die Geräte, die für den Konsum von Medien und somit für einen beträchtlichen Teil von Kultur notwendig sind. Elektronikmärkte können auch soziale Räume sein. Man denke nur an gemeinsame Besuche der CD- oder DVD-Abteilungen.

Wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, dann sind sie nicht nur Verkaufsorte, sondern auch Schnittstellen zwischen globaler (Geräte- und Kultur-) Produktion und lokalem Gebrauch. Hinzu kommt der Wandel vom stationären Handel (sowohl für Geräte als auch für Datenträger) zum Online-Handel und Streaming.

Abbildungen wie die oben gezeigte sind daher wie eine Zeitkapsel oder besser: ein doppelter Lost Place. Sie sind verloren in der Zeit, als es andere Gewohnheiten des Medienkonsums gab, und auch räumlich, da dieser Markt (und viele andere Saturn-Filialen) heute nicht mehr existiert.

Aufbewahren!

Wie den Nutzungsbedingungen zu entnehmen ist, behält sich Google grundsätzlich vor, veraltete Daten aus Google Maps, Google Earth und Google Street View zu löschen. Gleiches gilt auch für die Person, die die Daten eingestellt hat. Die Zeitkapsel kann also jederzeit verschwinden. Daher wäre es wünschenswert, die Daten/Bilder zu sichern, bevor dies geschieht.

Machen Stadtarchive eigentlich schon Webarchivierung? Wenn nicht, wird es höchste Zeit!