Die vergessenen Walknochen von Göttingen

2017 hatte ich viele Überstunden und daher einen halben Frühling im Levinschen Park verbracht…

Seitdem frage ich mich, ob dort nicht einfach der Unterkiefer eines Wals herumsteht, ohne dass es jemandem aufgefallen ist.

Im Laufe der Woche wurde ich wieder daran erinnert und habe ein paar Fotos gemacht. Der genaue Standort bei verschiedenen Kartenanbietern.

Inzwischen steht nur noch die Hälfte des Objekts. Auf Google Maps habe ich jedoch den Zustand gefunden, an den ich mich erinnere:

Ich habe solche Strukturen schon öfter gesehen, beispielsweise in Nordfriesland. Hier ist das viel größere Walknochen-Portal des Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseums in Wyk auf Föhr zu sehen.

Portal des Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseum in Wyk auf Föhr

Bild von amras_wi, gemeinfrei

Auf Wikimedia Commons finden sich zahlreiche Vergleichsbilder von Bögen aus Walknochen (genauer: den Unterkiefern von Bartenwalen).

Bei genauerem Hinsehen fallen noch weitere Details auf:

  • Das Material ist in den oberen Schichten faserig und in den tieferen porös.
  • Es sind organisch wirkende, nach oben weisende Öffnungen an der Vorderseite erkennbar, die vermutlich für Blutgefäße gedacht sind.

Auch im Eintrag zum Levinscher Park im Denkmalatlas Niedersachsen findet sich auch kein Hinweis.

Der Biologe und Fotograf Dirk Pfuhl dokumentiert regelmäßig die Tierwelt des Levinschen Parks und hat auch etwas über die Geschichte des Parks geschrieben. Auch dort finden sich jedoch keine weiteren Hinweise..

Vielleicht wäre es ja an der Zeit, zu recherchieren, wie die Knochen dorthin gelangten, und eine kleine Tafel aufzustellen.